Automatisiertes Monitoring für eine sichere und einfache Implementierung der Wasserwiederverwendung in Deutschland

Zunehmende Trockenheit, Dürre und Klimawandel haben die Notwendigkeit einer schonenderen und effizienteren Nutzung der verfügbaren Wasserressourcen in den Fokus der EU gerückt. Einen wichtigen Baustein für eine dauerhaft sichere Wasserversorgung bildet dabei die Wasserwiederverwendung. Stark aufbereitetes und desinfiziertes Abwasser soll verstärkt zur Bewässerung in der landwirtschaftlichen Produktion oder im städtischen Raum eingesetzt werden.
Eine zentrale Rolle bei der Wiederverwendung von gereinigtem Abwasser spielt das Risikomanagement. Es muss nachweisbar sein, dass Bakterien, Viren und Protozoen mindestens zu spezifischen Größenordnungen im Reinigungsprozess entfernt werden (z.B. 6 Logarithmusstufen = 99,9999% Entfernung). Diesen Nachweis zu erbringen erfordert ein großes Probenvolumen und einen hohen Kosten- und Personalaufwand.
Um den Anforderungen gerecht werden zu können, entwickelt, validiert und testet das KWB zusammen mit seinen Partnern Watersam GmbH und dem Institut für Hygiene und Public Health/Universitätsklinikum Bonn im Projekt AutoProMi einen automatisierten Probenehmer zur Anreicherung mikrobieller Indikatorparameter, der es Betreibern von Kläranlagen erleichtern soll, ihren Aufbereitungsprozess zu validieren sowie die Leistungsfähigkeit ihrer Anlage regelmäßig zu überprüfen.
Der Probenehmer soll:
vollautomatisch Wasserproben entnehmen,
mehrere mikrobielle Indikatoren parallel anreichern und
die Elution (das Herauslösen der Indikatoren) durchführen.
Dadurch ist das Risikomanagement für die Wasseraufbereitung auch bei geringer Zulaufkonzentration kostengünstig und mit viel weniger Personalaufwand möglich. Das Projekt profitiert von der langjährigen Expertise des KWB in
praktischen Fragen der Wasserwiederverwendung,
weitergehenden Prozessen in der Abwasserbehandlung, inkl. Desinfektion,
Pilotierung und Praxis von Probenahmen sowie
rechtlichen und spezifischen Anforderungen der Prozessvalidierung.
Die praktische Einsatzfähigkeit des Probenehmers wird in drei unterschiedlichen Kläranlagen, in denen eine weitergehende Abwasserbehandlung (Desinfektionsstufe) vorhanden ist, unter realen Bedingungen demonstriert.
Durch den Einsatz des automatischen Probenehmers profitieren Kläranlagenbetreiber durch:
geringere Kosten
schnellere Probennahme
einfachere regelmäßige Überprüfung der Leistungsfähigkeit der Anlage.
Das Projekt liefert damit die Grundvoraussetzungen für eine sichere Wasserwiederverwendung und unterstützt deren Implementierung in Deutschland.
Partner:
